Wie alles begann

Darauf gibt es mindestens drei Antworten: reichlich naiv, in den frühen Achtzigern und mit den Kindern.

Es begann mit einer Gießkanne. Ich hatte sie vor drei, vier Jahren gekauft. Bewusst aus Metall, um Plastikmüll zu vermeiden. Dann leckte sie. Schlechte Qualität, hätte ich mir schon beim Kauf klar sein können. Kein Fachgeschäft, zu günstig, um gut zu sein. Eine neue kaufen, vielleicht aus Plastik? Die ich dann in einigen Jahren wieder „entsorgen“ würde. Sie also in der städtischen Mülldeponie verbrennen lassen würde. Stop it!

Wo bekomme ich eine alte Gießkanne her? Von mir aus schwer, gute Qualität, altgedient, haltbar. Ich klicke zu eBay und sehe: Gießkanne, Dachbodenfund der Oma. Ja, das ist sie!

Eine alte Gießkanne, wie Oma sie hatte, schon etwas verbeult.

Alte Gießkanne, schon etwas verbeult

Für 20 Euro bekomme ich sie, ein paar Tage später ist sie da. Schwer, dicht, etwas angebeult, passt. Zum Vergleich: Die Plastikschwester habe ich ein paar Tage später in derselben Größe im Supermarkt für 3,99 Euro gesehen. Zunächst habe ich ein schlechtes Geschäft gemacht – sprechen wir in ein paar Jahren noch einmal darüber. Das war die erste Antwort.

Antwort zwei ist kürzer: Ich bin mit dem Waldsterben aufgewachsen, war 1986 alt genug, um zu verstehen, was Tschernobyl für die Menschen bedeutet, die Grünen mischten die Politik auf, ich bin ein Kind meiner Zeit.

Apropos, mit Kindern, die dritte Antwort, schärfen sich die Sinne. Ich bekomme den Spiegel vorgehalten, das Wort Zukunft quengelt mich gerne auch einmal an, unerwartete Fragen tauchen auf: Warum ist das Meer voll Plastik? Wie, im Magen des Wals wurde Plastik gefunden, deshalb ist er gestorben?

Naiv wäre es zu glauben, nur weil ich versuche, Plastik zu vermeiden, stirbt irgendwo im Meer kein Wal mehr. Ja, das wäre naiv. Trotzdem können wir alle versuchen, behutsamer mit unserer Welt umzugehen. Jeder bei sich, jeder bei dem, was er tun kann. Ich als Texterin kann dir davon erzählen, welche kleinen Schritte ich unternehme, um Plastik zu vermeiden, um mit meiner Familie nachhaltiger zu leben – darum geht es in diesem Blog. Irgendwo muss man ja anfangen …

 

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